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Liebe Leserinnen und Leser,
Auf ein Wort…
Liebe Leserinnen und Leser,
sehnen Sie sich vielleicht nach einem anderen Geist - vielleicht in der Kirche?
Sehnen Sie sich vielleicht nach einem anderen Geist - in der Familie?
Nicht nach einem Geist der Kritik, weil man oder frau sich übersehen fühlt, sondern nach einem Geist des Füreinanders?
Sehnen Sie sich vielleicht nach einem anderen Geist - in der Politik? Nicht nach einem permanenten Wahlkampf, sondern nach Menschen, die gemeinsam Wege entdecken und sie dann auch wagen – gemeinsam?
Sehnen Sie sich nach einem anderen Geist? - Ja?
Wie hören Sie dann die Pfingstgeschichte? Aus der Distanz?
So nach dem Motto: „Ja, damals, das waren eben andere Zeiten!“
Oder denken Sie bei sich: „Genau, diese Begeisterung brauchen wir, und ein wenig Spektakel würde uns heute vielleicht auch helfen.“
Es geschah beim Fest. Als die alten Traditionen gepflegt und gefeiert wurden. Da sind die Jünger Jesu beieinander - aber sie sind trotz Ostern "ganz schön beieinander“, körperlich und seelisch waren sie ganz kaputt und fertig.
Ob die Jünger da wohl über neue Wege nachdachten?
Ob die Anhänger Jesu da auch wohl, wie in heutiger Zeit üblich, einen „Perspektivausschuss“ einberufen wollten, um neue Visionen zu gewinnen?
Oder ob sie eher einer „Lass-mich-in-Ruhe-Gemeinschaft“ glichen, in der jeder den eigenen Frust pflegte?
Genau in dieser Situation, da erfahren sie Pfingsten.
Und die Erfahrung von Pfingsten ist:
Er ist da - der Geist, der da war, als Jesus bei uns wandelte. Der gleiche Geist.
Gottes Geist ist der Atem der Welt; Geist, in die Welt gegeben; Geist von Gott; Geist in Jesus Christus. Und alles wird voll davon. Und sie sehen züngelndes Feuer.
Das ist eine ganz besondere Gotteserfahrung neben der Gotteserfahrung im Sanften und Alltäglichen. Und jeder und jede empfängt von dem himmlischen Feuer.
"Bestürzt, entsetzt, ratlos", so reagieren die Menschen.
Die Jünger wirken im Gegensatz dazu gar nicht überrascht. Sie hatten sich nach dem bekannten Geist gesehnt, dem Geist, der bei Jesus Christus wehte, dem guten Geist, der in seiner Nähe zu finden war.
Es ist gar nicht so einfach, das „Pfingstwunder“ mit einer Aussage zu beschreiben. Den Geist bringt man oder frau nicht auf einen Nenner.
Aus Sprachlosen werden Sprechende, Verstummte werden beredt, aus Nichtverstehenden werden Verstehende.
Die Wortwahl wird zur Nebensache, wie so oft bei Menschen, wenn die "Chemie" stimmt.
In diesem Geist Gottes begegnen sich die Verschiedenen und Fremden, da wird gemeinsam gestaunt und sich gemeinsam gefreut. Der Geist ist in ihnen und hörbar um sie herum.
Nehmt die Welt wahr, seht den Geist von Anfang an in der Welt.
Die Welt ist doch erfüllt vom Geist Gottes.
Pfingsten drängt hinaus, schenkt den Geist, der die Grenzen aufbricht, der eine Begegnung schafft zwischen ganz verschiedenen Menschen.
Ich sehne mich nach diesem Geist für die Kirche, für die Beziehungen in Familien und anderswo, für die Politik.
Eine koreanische Theologin mahnt: "Betet doch nicht so viel um den Heiligen Geist, glaubt, dass ihr ihn empfangen habt."
Darum geht es zu Pfingsten:
Dass der Geist, der lebendig macht, dass dieser Geist in uns wohnt, uns zum Tätigwerden ansteckt und wir in unserem oft so angestrengten und belastenden Alltag innehalten und erkennen können:
Da ist einer, der uns neu Kraft gibt, der uns neu Hoffnung schenkt, der uns neu zur Versöhnung einlädt, der uns neu Fehler verzeiht und von vorn anfangen lässt.
Lassen Sie uns in diesem Vertrauen leben.
Mit guten Gedanken grüßt Sie
Almuth de Buhr-Böckmann, Pastorin
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